Kinder schlafen abends leichter ein, wenn jeden Abend dieselben fünf Bausteine in gleicher Reihenfolge ablaufen: Licht dämpfen, Waschen, Schlafanzug, Vorlesen, Gute-Nacht-Satz. Die BZgA empfiehlt, in der Stunde vor dem Schlafengehen auf Bildschirme zu verzichten (Stand 06/2024). Eine Abendroutine von 30 Minuten genügt. Der Schlafbedarf unterscheidet sich von Kind zu Kind, bei Sorgen berät die Kinder- und Jugendarztpraxis.
Wie viel Schlaf brauchen Kinder?
Der Schlafbedarf unterscheidet sich von Kind zu Kind und ändert sich mit dem Alter. Ein ausgeruhtes Kind wacht morgens von selbst auf, ist tagsüber ausgeglichen und schläft abends innerhalb kurzer Zeit ohne lange Protestphase ein.
Der persönliche Bedarf Ihres Kindes lässt sich nicht aus einer Tabelle ablesen. Verlässliche Orientierung geben die Vorsorgeuntersuchungen: Die Kinder- und Jugendarztpraxis bespricht dort Schlaf, Rhythmus und Entwicklung (siehe U-Untersuchungen).
Beobachten Sie über eine Woche, wann Ihr Kind einschläft, wann es aufwacht und wie die Stimmung am Tag ist. Aus diesen drei Angaben ergibt sich ein persönlicher Rhythmus. Der Begriff Schlafrhythmus ist im Lexikon erklärt.
Ein fester Rhythmus mit gleichen Zeiten für Aufstehen und Schlafengehen erleichtert das Einschlafen.
Aus welchen Bausteinen besteht eine Abendroutine?
Eine Abendroutine besteht aus fünf Bausteinen: Licht dämpfen, Waschen, Schlafanzug, Vorlesen oder Erzählen und ein fester Gute-Nacht-Satz. Dieselbe Reihenfolge jeden Abend gibt dem Kind Sicherheit und kündigt den Schlaf zuverlässig an, bevor das Licht ausgeht.
Wir nennen diese Abfolge die 5-Bausteine-Abendroutine. Sie dauert insgesamt etwa 30 Minuten. Rechenbeispiel: Fünf Bausteine mit je 6 Minuten ergeben 30 Minuten. Beginnt die Routine um 19:00 Uhr, liegt das Kind um 19:30 Uhr im Bett.
| Baustein | Dauer | Inhalt |
|---|---|---|
| 1 Licht dämpfen | 6 Minuten | Lampen dimmen, Spielzeug aufräumen |
| 2 Waschen | 6 Minuten | Zähne putzen, Gesicht waschen |
| 3 Schlafanzug | 6 Minuten | Anziehen, Kuscheltier wählen |
| 4 Vorlesen | 6 Minuten | Ein Buch oder eine ruhige Geschichte |
| 5 Gute-Nacht-Satz | 6 Minuten | Kuscheln, fester Satz, Licht aus |
Die Zeitangaben sind Planungsgrößen der Redaktion und keine Studienwerte. Ein Baustein darf länger oder kürzer sein, wichtig ist die gleiche Reihenfolge. Das Lexikon beschreibt das Prinzip unter Einschlafritual und Rituale.
Wählen Sie ruhige Tätigkeiten. Toben, schnelle Spiele und Streit gehören vor die Routine. Ein Kind, das aufgekratzt ins Bett geht, braucht länger, um zur Ruhe zu kommen.
Warum stören Bildschirme das Einschlafen?
Die BZgA empfiehlt, in der Stunde vor dem Schlafengehen keine Bildschirmmedien zu nutzen. Zeigt das Kind nach der Mediennutzung Unruhe, verkürzen Eltern die Bildschirmzeit insgesamt und beenden sie früher am Abend als bisher (BZgA, Stand 06/2024).
Die Empfehlungen der BZgA nennen zusätzlich Zeitgrenzen: Kinder unter 3 Jahren am besten gar keine Bildschirmmedien, Kinder von 3 bis 6 Jahren höchstens 30 Minuten pro Tag, Kinder von 6 bis 9 Jahren höchstens 45 Minuten (jeweils Bildschirm- und Audiomedien zusammen, Stand 06/2024).
Legen Sie deshalb das Ende der Bildschirmzeit auf mindestens 60 Minuten vor die Routine. Beginnt die Abendroutine um 19:00 Uhr, endet die Mediennutzung um 18:00 Uhr. Eine Audiogeschichte zum Einschlafen zählt zu den Audiomedien und fällt unter das Tagesbudget.
Alle Regeln zur Medienzeit finden Sie in Medienzeit für Kinder: Empfehlungen und Regeln im Familienalltag.
Welche Einschlafprobleme treten typischerweise auf?
Typische Einschlafprobleme sind Trennungsangst am Abend, wiederholtes Aufstehen, späte Wünsche und Angst vor Dunkelheit im Kinderzimmer. Jedes Problem hat eine eigene Ursache und braucht eine passende, immer gleiche und ruhig wiederholte Antwort der Eltern am Bett.
Trennungsangst am Abend: Das Kind will nicht allein bleiben. Bleiben Sie in den ersten Abenden im Zimmer und rücken Sie schrittweise zur Tür. Mehr dazu unter Trennungsangst.
Wiederholtes Aufstehen: Bringen Sie das Kind ohne Diskussion zurück ins Bett. Jedes Aufstehen löst dieselbe kurze Antwort aus: "Es ist Schlafenszeit." Eine ruhige Wiederholung nimmt dem Spiel die Spannung.
Späte Wünsche (Wasser, Toilette, noch eine Geschichte): Erledigen Sie diese Wünsche vor dem Gute-Nacht-Satz und benennen Sie das Ende der Routine klar. Ein Wunschkärtchen für einen einzigen Zusatzwunsch gibt dem Kind Mitbestimmung.
Angst vor Dunkelheit: Ein gedämpftes Nachtlicht und ein Kuscheltier bieten Halt. Sprechen Sie die Angst ernst an und erklären Sie nicht weg.
- Beenden Sie Bildschirmzeit 60 Minuten vor der Routine
- Starten Sie die Routine täglich zur gleichen Uhrzeit
- Halten Sie die Reihenfolge der fünf Bausteine ein
- Sprechen Sie ruhig und mit leiser Stimme
- Verabschieden Sie sich mit demselben Satz
Was vermeiden Sie beim Einschlafen?
Vermeiden Sie Bildschirme, Streit, Drohungen und ständig wechselnde Regeln in der Stunde vor dem Schlafen. Eine feste Routine hat Vorrang vor spontanen Ausnahmen, weil das Kind den gleichen Ablauf als verlässliches Signal für den Schlaf nutzt.
Bildschirme beim Essen und in der letzten Stunde vor dem Schlafengehen gelten laut BZgA als zu vermeiden (Stand 06/2024). Das Abendessen mit Fernseher im Hintergrund erzeugt dieselbe Unruhe wie das Tablet im Bett.
Ändern Sie die Routine nicht jeden Abend. Ein Kind, das sich auf die Reihenfolge verlassen kann, braucht keinen Widerstand. Ausnahmen, etwa bei Besuch, kündigen Sie am Nachmittag an.
Verhandeln Sie nicht im Bett. Entscheidungen fallen vor dem Gute-Nacht-Satz. Danach gilt: Schlafenszeit. Mit Ruhe und Wiederholung lernt das Kind den Ablauf, ohne dass Sie schimpfen müssen.
Reagieren Sie auf Ängste ernsthaft. Ein Kind, das nachts Beruhigung sucht, braucht Nähe und keine Belehrung. Den Wunsch nach Nähe zu erfüllen, schwächt die Selbstständigkeit nicht, siehe Selbstständigkeit.
Wann ist ärztlicher Rat sinnvoll?
Ärztlicher Rat ist sinnvoll, wenn Einschlafprobleme über Wochen anhalten, Ihr Kind tagsüber auffällig müde oder gereizt ist oder nachts regelmäßig mit Angst aufwacht. Die Kinder- und Jugendarztpraxis klärt körperliche Gründe ab und berät zum weiteren Vorgehen.
Beobachten Sie Einschlafzeit, nächtliches Aufwachen und Stimmung am Tag über sieben Tage. Notieren Sie diese Werte in einer kleinen Tabelle und bringen Sie sie zum Termin mit. Die Fachperson ordnet sie ein, dieser Ratgeber stellt keine Diagnose.
Auch Eltern profitieren von Beratung, wenn die Nächte seit Wochen belasten. Erziehungsberatungsstellen unterstützen bei Fragen zu Schlaf und Familienalltag, siehe Erziehungsberatung.
Allgemeine Information zu Erziehung und Familienalltag, kein Ersatz für ärztlichen, psychologischen oder pädagogischen Rat. Dieser Ratgeber stellt keine Diagnose und empfiehlt keine Therapie. Bei anhaltenden Schlafproblemen oder Sorgen um die Entwicklung Ihres Kindes wenden Sie sich an Ihre Kinder- und Jugendarztpraxis oder eine Beratungsstelle.
Welche Fragen stellen Eltern am häufigsten?
Wie lange vor dem Schlafen ist Bildschirmzeit tabu?
Die BZgA empfiehlt, in der Stunde vor dem Schlafengehen auf Bildschirmmedien zu verzichten (Stand 06/2024). Legen Sie das Ende der Bildschirmzeit daher mindestens 60 Minuten vor den Beginn der Abendroutine.
Wie lange dauert eine gute Abendroutine?
Eine Abendroutine dauert etwa 30 Minuten und besteht aus fünf Bausteinen mit je rund 6 Minuten. Die Zeitangabe ist eine Planungsgröße der Redaktion. Wichtig ist die feste Reihenfolge, nicht die Minutenzahl.
Was tun, wenn das Kind immer wieder aus dem Bett steigt?
Bringen Sie das Kind ruhig und ohne Diskussion zurück ins Bett und wiederholen Sie jedes Mal denselben Satz, zum Beispiel: Es ist Schlafenszeit. Eine ruhige Wiederholung nimmt dem Aufstehen die Spannung.
Ab wann ist Einschlafen ein Fall für die Kinderarztpraxis?
Sprechen Sie mit der Kinder- und Jugendarztpraxis, sobald Einschlafprobleme über Wochen anhalten oder das Kind tagsüber auffällig müde, gereizt oder ängstlich ist. Die Praxis klärt körperliche Gründe und bespricht passende nächste Schritte.
Quellen
BZgA kindergesundheit-info.de, Empfehlungen zur Dauer der Mediennutzung, Stand 06/2024. Die 5-Bausteine-Abendroutine und die Zeitangaben sind redaktionelle Planungsgrößen, Stand 21.10.2026.
Weiterlesen: Erziehungsprobleme lösen: Wutanfall, Streit, Schlaf, Medienzeit für Kinder: Empfehlungen und Regeln im Familienalltag, Einschlafritual, Schlafrhythmus.
Häufige Fragen
Wie lange vor dem Schlafen ist Bildschirmzeit tabu?
Die BZgA empfiehlt, in der Stunde vor dem Schlafengehen auf Bildschirmmedien zu verzichten (Stand 06/2024). Legen Sie das Ende der Bildschirmzeit daher mindestens 60 Minuten vor den Beginn der Abendroutine.
Wie lange dauert eine gute Abendroutine?
Eine Abendroutine dauert etwa 30 Minuten und besteht aus fünf Bausteinen mit je rund 6 Minuten. Die Zeitangabe ist eine Planungsgröße der Redaktion. Wichtig ist die feste Reihenfolge, nicht die Minutenzahl.
Was tun, wenn das Kind immer wieder aus dem Bett steigt?
Bringen Sie das Kind ruhig und ohne Diskussion zurück ins Bett und wiederholen Sie jedes Mal denselben Satz, zum Beispiel: Es ist Schlafenszeit. Eine ruhige Wiederholung nimmt dem Aufstehen die Spannung.
Ab wann ist Einschlafen ein Fall für die Kinderarztpraxis?
Sprechen Sie mit der Kinder- und Jugendarztpraxis, sobald Einschlafprobleme über Wochen anhalten oder das Kind tagsüber auffällig müde, gereizt oder ängstlich ist. Die Praxis klärt körperliche Gründe und bespricht passende nächste Schritte.
Allgemeine Informationen zu Erziehung und Familienalltag, kein Ersatz für ärztlichen, psychologischen oder pädagogischen Rat. Bei Sorgen um die Entwicklung Ihres Kindes wenden Sie sich an Kinder- und Jugendärztin oder -arzt oder an eine Beratungsstelle.

