Lexikon
Fremdeln
Fremdeln ist die Scheu eines Kindes vor unbekannten Personen, die typischerweise im ersten Lebensjahr auftritt, sich im Laufe des Kleinkindalters abschwächt und Teil der normalen Entwicklung ist.

Fremdeln ist die Scheu eines Kindes vor unbekannten Personen. Das Kind weint, dreht sich weg oder klammert sich an eine vertraute Bezugsperson. Das Verhalten tritt typischerweise im ersten Lebensjahr auf. Es ist ein Zeichen dafür, dass das Kind Vertraute von Fremden unterscheiden kann. Im Laufe des Kleinkindalters lässt die Scheu meist nach. Eltern begleiten das Kind am besten ruhig, ohne es zu drängen, und lassen fremde Personen Zeit zum Annähern. Fremdeln gehört zur normalen Entwicklung und ist für sich genommen kein Hinweis auf eine Störung.
Wodurch unterscheidet sich Fremdeln von Trennungsangst?
Fremdeln richtet sich gegen unbekannte Personen, etwa Verwandte, die das Kind selten sieht, oder fremde Menschen auf der Straße. Trennungsangst richtet sich dagegen gegen den Verlust einer vertrauten Bezugsperson. Beide Phänomene treten oft zeitlich nah beieinander auf, sie haben aber unterschiedliche Auslöser. Ein Kind kann fremdeln, ohne sich von den Eltern lösen zu wollen. Umgekehrt kann es sich beim Abschied stark an die Eltern klammern, obwohl keine fremden Personen anwesend sind. Die Unterscheidung hilft, die passende Begleitung zu wählen, weil sich der Umgang mit beiden Reaktionen unterscheidet.
Welches Beispiel zeigt Fremdeln im Alltag?
Bei einem Besuch der Großeltern schreit ein Baby, sobald die Großmutter es auf den Arm nehmen möchte. Die Mutter setzt sich mit dem Kind auf den Schoß und lässt die Großmutter zunächst neben sich sitzen. Nach einer Weile spielt die Großmutter mit einem Rasselspielzeug, und das Baby schaut interessiert hin. Erst nach mehreren Minuten nimmt die Großmutter es vorsichtig auf den Arm. Der Fall zeigt, wie Zeit und Nähe zur Bezugsperson die Scheu verringern. Das Tempo bestimmt das Kind. Dieses Beispiel ist ein typischer Fall und keine Erhebung.
Welche Begriffe gehören zum Fremdeln?
- Scheu: die zurückhaltende Reaktion auf eine unbekannte Person
- Bezugsperson: der vertraute Erwachsene, an dem sich das Kind orientiert
- Annäherung: das schrittweise Herantasten an eine fremde Person
- Sicherheit: das Gefühl, bei der Bezugsperson geschützt zu sein
- Unterscheidungsfähigkeit: das Erkennen vertrauter und fremder Gesichter
- Rückzug: das Abwenden des Kindes von der fremden Person
Häufige Fragen zu Fremdeln
Wie lange dauert das Fremdeln?
Das Fremdeln lässt im Laufe des Kleinkindalters meist nach. Die Dauer und Intensität unterscheiden sich von Kind zu Kind.
Wie können Eltern ihrem Kind dabei helfen?
Eltern bleiben in Sichtweite und sprechen fremde Personen gemeinsam an. Die Begegnung wird nicht erzwungen, das Kind bestimmt das Tempo.
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Den Unterschied zu Abschieden beschreibt der Begriff Trennungsangst. Wie der Übergang in die Kita gelingt, erklärt der Ratgeber Kita-Eingewöhnung: Ablauf, Dauer und Tipps für Eltern. Die Entwicklung im ersten Lebensjahr ordnet der Begriff U-Untersuchungen ein.
Diese Seite bietet allgemeine Informationen zu Entwicklung und Erziehung und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Bei Sorgen um die Entwicklung Ihres Kindes wenden Sie sich an die Kinder- und Jugendärztin oder den Kinder- und Jugendarzt.
Häufige Fragen
Wie lange dauert das Fremdeln?
Das Fremdeln lässt im Laufe des Kleinkindalters meist nach. Die Dauer und Intensität unterscheiden sich von Kind zu Kind.
Wie können Eltern ihrem Kind dabei helfen?
Eltern bleiben in Sichtweite und sprechen fremde Personen gemeinsam an. Die Begegnung wird nicht erzwungen, das Kind bestimmt das Tempo.
Allgemeine Informationen zu Erziehung und Familienalltag, kein Ersatz für ärztlichen, psychologischen oder pädagogischen Rat. Bei Sorgen um die Entwicklung Ihres Kindes wenden Sie sich an Kinder- und Jugendärztin oder -arzt oder an eine Beratungsstelle.